Eine Zeile des Untertitels Geschichtliches II 1908 übernahm Christian Stamm, der zuvor in den Diensten des Vizekönigs von Ägypten als Hofgärtner tätig gewesen war, den heutigen Besucherstollen, um darin ein Obstlager einzurichten. Christian Stamm liess in Oberwiesen eine Obstplantage mit über 6000 Edelobstbäumen anlegen, benötigte dann einen kühlen, dunkeln Ort für die Einlagerung der Früchte und befand dafür den brachliegenden Gipsstollen als geeignet. Für die Kontrolle und Sortierung der verschiedenen Obstsorten baute Stamm unmittelbar vor dem Stolleneingang das heute als Museum dienende Gebäude. Der Zugangsstollen und die zur Lagerung ausgewählten Stellen wurden mit Ziegelsteinen ausgemauert und mit einem dicken Kalkmörtelverputz versehen (Überreste davon sind heute noch zu sehen). Die Temperatur im Stollen liegt ganzjährig bei ca. 8° C, die relative Luftfeuchtigkeit bei ca. 85%, keine optimalen Vorrausetzungen für die längerfristige Lagerung von Obst, das dann auch schnell zu faulen begann. Stamm gab aber noch nicht auf und liess einen Lüftungsschacht anlegen, der die Feuchtigkeit aus den Lagerstollen in die Atmosphäre hätte abführen sollen. Auch das brachte nicht den erhofften Effekt. Christian Stamm verkaufte Obst- und Gemüsebau an einen einheimischen Gärtner. Christian Stamm hat aber mit seinen robusten Stollensicherungsarbeiten, ungewollt, den bis heute erhaltenen Zugang zum Gipsbergwerk für die Nachwelt gesichert. Die sieben weiteren Stollen in der Halde haben dem Zahn der Zeit nicht standgehalten. Die Zugänge sind eingestürzt und überwachsen, und nur die alten Pläne und die zahlreichen Dolinen im Hang zeigen und lassen erahnen, wo früher Gips abgebaut wurde. 1919 kaufte J. G. Stamm, Buchdrucker, von der Witwe des unterdessen verstorbenen Christian Stamm, Gipsstollen mit Obstkeller, Vorbau und Umgelände. 1927 kam es zum Pachtvertrag für einen weiteren Gipsabbau mit der Gemeinde. J. G. Stamm wollte in der sich abzeichnenden Wirtschaftskrise einige Arbeitsplätze schaffen und der Strassenbahn von Schaffhausen nach Schleitheim Transportaufträge vermitteln. Abnehmer des Gipsgesteins waren die Portland- Cementwerke in Thayngen. 1930 verstarb J. G. Stamm. Eine Erbengemeinschaft führte den Betrieb weiter und konnte 1935 den Abbau von 1200 Tonnen Rohgips verzeichnen. 1938 wurde von dieser ein letzter Stollen angeschlagen und bis 1944 bewirtschaftet. Absatz- und Rentabilitätsschwierigkeiten sowie die übermächtige Konkurrenz durch den wesentlich billigeren Tagebaubetrieb, führten schliesslich zum endgültigen Aus für das Schleitheimer Gipsgewerbe. Publikation «Das Schleitheimer Gipsgewerbe» In der 2005 herausgegebenen, mit vielen Fotos, Karten und Grafiken illustrierten Broschüre "Das Schleitheimer Gipsgewerbe",  ISBN Nr. 3-9522515-8-5, finden sich weitere Informationen zur Geologie, zur Geschichte und zum Gipsmuseum.   Erhältlich im Buchhandel, bei stamm+co AG, Grafisches Unternehmen, 8226 Schleitheim, an der Kasse des Museums zu Allerheiligen in Schaffhausen, oder bei einem Besuch im Gipsmuseum. Standorte der Gipsbrüche und Gipsmühlen in Schleitheim Gipsbrüche und Gipsmühlen Gipsmühle Gipsmuseum Gipssteinbrüche (Tagbau) Stollen