Eine Zeile des Untertitels Geschichtliches Gustav Schudel, Kunstmaler, 1891 – 1918   Herkunft Wie alle Schudel ursprünglich, haben auch die Vorfahren von Gustav Schudel in Beggingen gelebt. Sein Urgrossvater, der Arzt Dr. Isaak Schudel, liess sich im Jahre 1837 in Schleitheim nieder und betrieb dort seine Arztpraxis. Er erwarb 1841 mit seiner Familie das Schleitheimer Bürgerrecht.. Im darauffolgenden Jahr erbaute er in der Gass ein stattliches Haus (später Raiffeisenbank und Schuhgeschäft), welches bis 1912 im Besitz der Familie Schudel war. Auch Gustavs Grossvater Michael Sigmund Schudel war Arzt in Schleitheim. Er war verheiratet mit einer Tochter des Stahlfabrikanten Georg Fischers aus Schaffhausen. Er erbaute sich 1861 ein Haus zur Brennsprit-Fabrikation an der alten Beggingerstrasse. Bereits acht Jahre später kaufte die Gemeinde die Liegenschaft und richtet dort das Armenhaus (späteres Altersheim) ein. Kindheit Gustav Schudel wurde im Niederösterreichischen Traisen geboren. In der 1833 durch Georg Fischer gegründeten Eisen- Guss- und Stahlwarenfabrik Traisen hatte sein Vater Dr. Berthold Schudel eine leitende Stelle als Chemiker inne. Gustav Schudel ist dort und in Wien aufgewachsen. Seine Mutter war eine waschechte Wienerin. 1908 zog die Familie Schudel wieder nach Schaffhausen zurück. Der Vater übernahm eine Stelle im Stahlwerk Mühlental. Jugend Nachdem die Familie von Gustav Schudel nach Schaffhausen umgezogen ist, besuchte er die Kantonsschule. Bereits zu dieser Zeit liess er eine ganz besondere Begabung zum Malen erkennen. In seiner späteren Kantonschulzeit  bildete sich ein Gesinnungskreis von Abstinenten heraus, aus dem die Verbindung Munot entstand. Gustav Schudel wurde ihr Gründungspräsident. 1911 bestand der intelligente Schüler mit Auszeichnung die humanistische Matura. Studienzeit In den folgenden vier Jahren studierte er an der ETH Zürich und diplomiert in seinem Fachgebiet als Ingenieur der Chemie. Anschliessend begab er sich nach Berlin und wurde Assistent bei Richard Willstätter, der im selben Jahr den Nobelpreis für Chemie für seine Untersuchungen der Farbstoffe, vor allem des Chlorophylls, erhielt. Am selben Labor arbeitete auch Dr. Arthur Stoll aus Schinznach. 1916 unternahm Stoll mit seiner Gattin und seiner Schwester unter der erfahrenen Leitung von Gustav Schudel eine Besteigung des Urirotstockes. Dabei wurden sie an einer schwierigen Stelle von einem Gewitter überrascht. Im Regen und in der Dunkelheit verirrten sie sich und gerieten vor einem Abgrund in Gefahr. Alle Schwierigkeiten meisternd brachte Schudel seine Gefährten  wohlbehalten ans Ziel. Dieses Erlebnis festigte und vertiefte die Freundschaft zwischen der Familie Stoll und Gustav Schudel. Während der ganzen Studienzeit befasste sich GS mit dem Gedanken Maler zu werden. Währe da nicht der gebieterische Wunsch des Vaters gewesen, das Studium mit dem Doktorexamen abzuschliessen, hätte er sich wahrscheinlich ganz der Kunst zugewandt. In Berlin, und ab 1916 in München, wohin er mit Stoll und Willstätter gezogen ist, verschrieb sich Schudel nebst dem Studium ganz dem Malen und Zeichnen. Seine Fantasie liess ihn überall Bilder erkennen. So schrieb er einmal: Einen Vorteil hat das Labor: Es hat Wände mit herrlichen Rissen und Sprüngen, in denen ich Kompositionen wimmeln sehe. zwei meiner besten habe ich dort förmlich abgezeichnet. Besonders das Ätherzimmer ist ergiebig. Der unwiderstehliche Drang zur Kunst und die quälende moralische Verpflichtung, sein Chemiestudium abzuschliessen, erzeugte in ihm einen tiefen Zwiespalt. So berichtete er weiter: Wozu das alles? Hat es einen Wert, sich auf den schwierigsten Berg mittels Flaschenzug hinaufziehen zu lassen, nur damit man oben war, ganz gegen den eigenen Willen? Dank des verständnisvollen Beistands Arthur Stolls überwand Gustav Schudel die Krise und konnte das Studium im Sommer 1918 abschliessen. Der Kunstmaler Unmittelbar danach hat sich Schudel auf dem Zollikerberg nieder gelassen, überglücklich, sich fortan ganz der Malerei zu widmen. Rasch nacheinander entstanden die zwei grossformatigen Bilder Die Verspottung Christi und Der barmherzige Samariter, die beide in der Ausstellung zu sehen sind. Diese zwei, von Marées, dem deutschen Zeichner, Graphiker und Maler des Idealismus, beeinflusste Gemälde geben eine achtenswerte Probe seines heranwachsenden Talentes. Im Oktober des selben Jahres wurde die verheissungsvolle künstlerische Entwicklung des jungen Künstlers jäh abgebrochen. Im Grenzbesetzungsdienst starb Gustav Schudel an der Grippe. Sein Tod war auch für die Familie Stoll ein schwerer Verlust. Ein Freund, dessen Konflikte und Entwicklung sie miterlebten und entscheidend mitgestalteten, war nicht mehr. Die Familie Stoll war seine erste Fangemeinde. Alles, was ihn bewegte, durfte er den älteren Freunden vorlegen und mit ihnen erörtern. «Ich zehre immer noch von der schönen Erinnerung an das Zusammensein mit Ihnen und Ihrer Frau, und jedes Mal, wenn ich in der Kunst wieder einen Schritt gegen die Harmonie mache, denke ich, dass Sie auch einen Teil dazu beigetragen haben.» Wenn Gustav Schudel in solchen spontanen Briefen des Dankes an seine Freunde voll war, so empfanden auch diese das Geben und Nehmen durchaus als ein gegenseitiges. Der künstlerische Sinn Gustav Schudels wirkte sich bereichernd und klärend auf Arthur Stoll und seine Frau aus. Sein Einfluss ist nachwirkend in der grossen Kunstsammlung zu erkennen, die Arthur Stoll, als er Direktor der Sandoz AG war, später aufbaute. Résumé Gustav Schudel blieb in seinen wenigen Künstlerjahren ein „Suchender“ und konnte noch keinen typisch eigenen Stil entwickeln. In seinen vielen Zeichnungen und Skizzen, finden wir häufig Motive mit dynamischen und voluminösen Figurengruppen zum Thema Tod und Auferstehung, oder allgemeiner  formuliert, Untergang und Hoffnung. Da spielt sicher auch ein zeitbedingter Hintergrund hinein, da sich Gustav Schudel während des ersten Weltkriegs in Berlin und München aufhielt. Allein schon die beeindruckende Menge an Skizzen und Zeichnungen belegt, dass sich Gustav Schudel mit grosser Intensität diesen Themen widmete. Allerdings steht er mit seinen oft religiös inspirierten Motiven und der verwendeten Stilistik eher in der Tradition des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die stilistische Vielfalt, das Suchen nach dem eigenen Ausdruck, zeigt sich auch in den vorhandenen Gemälden, die einerseits dem Symbolismus eines Hans von Marées verpflichtet sind (lange Jahre in München tätig), andererseits sich an den Alpenbildern von Giovanni Giacometti orientieren. Das eigentlich Tragische dieses Künstlerlebens besteht darin, dass Gustav Schudel, bedingt durch seinen frühen Tod, seine künstlerischen Anlagen gar nicht wirklich zum Ausdruck bringen konnte. Erfreuen wir uns an seinem, den kurzen Zeitraum umfassendem Werk und stellen uns vor, wohin ihn sein Talent noch geführt hätte.   Berthold Schudel  4) * 05.05.1859 in Schleitheim † 19.03.1934 in Luzern Ehe 1888 in Wien mit Bertha Auguste, geb. Fuchs Von Wien (Österreich) 26.02.1867 in Wien † 09.02.1889 in Paradiso TI Anmerkungen Dr. med. Isaak Schudel: Die Familie wurde 1841 in Schleitheim eingebürgert Dr. med Michael Sigmund Schudel, Arzt Seraphina Catharina Fischer, Tochter des Georg Fischer, Stahlfabrikant (+GF+) Dr. chem. Berthold Schudel, Chemiker bei Georg Fischer. 1.) 2.) 3.) 4.) 6 weitere Kinder davon starben 3 als Kleinkinder und drei blieben ledig Herta Schudel * 07.06.1904   † 11.09.1995 Gustav Schudel * 26.09.1891 in Traisen (Niederösterreich) † 31.10.1918 in Basel Alfred Mathias Sigmund Schudel * 09.09.1890  † 28.06-1967 Michael + Seraphina Schudel Berthold Schudel Pauline + Berthold Schudel Pauline Schudel * 09.07.1860   † ? Ehe 1883, nach Wien Sonderausstellung Gemäldegallerie