Eine Zeile des Untertitels Das Museum Das Gipsmuseum wurde 1938 von den letzten Betreibern des Gipsbergwerks, der Erbengemeinschaft der Buchdruckerfamilie J. G. Stamm, auf privater Basis eingerichtet. Neben Egon, Hans und Magdalena Stamm war auch der spätere Direktor des Museums zu Allerheiligen, Dr. Walter Ulrich Guyan, massgeblich beteiligt. Erste Besucher wurden schon ab 1935/1936 in den 1938 aufgelassenen Gipsstollen geführt. Das am 24. April 1938 eröffnete Museum sollte die Erinnerung an das für die Gemeinde Schleitheim über mehr als ein Jahrhundert wirtschaftlich wichtige, florierende Gipsgewerbe wachhalten. 1962 ging das Gipsmuseum an die Gemeinde Schleitheim über. 1996 wurde das Museum von Grund auf neu gestaltet. Die fachliche Beratung erfolgte durch die Geologen Dr. Franz Hofmann und Dr. Klaus Stucky, für das Ausstellungskonzept und die Realisierung war Dr. Gérard Seiterle, damaliger Direktor des Museums zu Allerheiligen, zuständig. Eine weitere Neugestaltung einiger Ausstellungsvitrinen erfolgte 2007 durch den Geologen Dr. Iwan Stössel. In den 1950er Jahren stürzte der Zugangsstollen an zwei Stellen ein, sodass der Zugang zum eigentlichen Abbaugebiet für fast 40 Jahre nicht mehr möglich war. Das Gipsmuseum verlor damit seinen eigentlichen Anziehungspunkt und die Besucherzahlen gingen massiv zurück. Auf Initiative des damaligen Gemeindepräsidenten Kurt Bollinger wurden Wege gesucht und Möglichkeiten geprüft, die Hindernisse zu beseitigen und den Stollen wieder begehbar zu machen. Bergwerkmeister Walter Schiess vom Gipsbergwerk Felsenau bei Full-Reuental AG befand die Wiederinstandstellung als machbar, nachdem er zusammen mit Dr. Gérard Seiterle durch den von Gärtner Christian Stamm angelegten Lüftungsschacht eingestiegen war und hinter der Einsturzstelle den Stollen mehr oder weniger intakt vorfand. Kurt Bollinger kümmerte sich um die Finanzierung und 1990 wurde die 1. Etappe, 1991 das zweite Teilstück in Angriff genommen. 1992 wurde der ganze Stollen bergmännisch gesichert und, durchgehend mit elektrischer Beleuchtung versehen, wieder für Besucher geöffnet. Das Gipsmuseum gibt mit geologischer Karte und geologischem Profil einen Überblick über die erdgeschichtliche Situation der Region Schleitheim. Auch die Entstehung des Gipsgesteins vor rund 240 Mio. Jahren, in der Trias im Erdmittelalter, ist anschaulich dargestellt. Landschafts- und Vermessungspläne aus dem 19. Jh. zeigen die Standorte der oberirdischen, rund um das Dorf liegenden, und der unterirdischen Gipsbrüche in der «Halde»  in Oberwiesen sowie die Lage der Gipsmühlen am Schleitheimer- und am Zwerenbach. Eine Vitrine zeigt die im 19. Jh. zur Verfügung stehenden Werkzeuge, die Beleuchtungsmittel und die zum Abbau des Gipsgesteins angewandte Sprengmethode. Auch eine der damals üblichen Methoden zum Brennen der Gipssteine ist im Modell dargestellt. Grossflächige Wandbilder eines einheimischen Kunstmalers zeigen Gipsabbau und Verarbeitung so, wie es aus der Sicht des Künstlers im 19. Jh. geschehen sein könnte. Die Mittelvitrine zeigt einige Anwendungen von gebranntem und ungebranntem Gips, von der Verwendung im Bau- und Kunstgewerbe, in der Landwirtschaft und der Zementindustrie, im Formenbau sowie für medizinische Zwecke. Im zweiten Raum ist eine Gipsstampfe und eine Gipsmühle zu sehen. Geräte, die im Nachbardorf Siblingen noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. im Einsatz waren. Weitere Vitrinen zeigen spezielle Erscheinungsformen von Gips, wie Gipsrosen, Marienglas, Fasergips, Alabaster und Selenit; schematisch die heutige Verarbeitung des Gipsgesteins in Gipsfabriken sowie einige weitere Anwendungen, z. B. Gips als Lebensmittelzusatzstoff oder in kosmetischen Artikeln. Ausstellungsraum                                           Werkzeug aus dem 19. Jh.                     Gipsstampfe und Gipsmühle