Eine Zeile des Untertitels 100 Jahre Schleitheimer Randenturm / Randentürme Zur Erinnerung an die Eröffnung des Schleitheimer Randenturms vor 100 Jahren widmete der Verein für Heimatkunde dem Jubilar eine Sonderausstellung, die die Vorgeschichte des Turms dokumentierte. Wussten Sie, dass vor dem heutigen Turm bereits zwei Türme auf dem Schleitheimer Randen standen? Diese, sowie die andern Randentürme wurden ebenfalls in der Ausstellung thematisiert. Im Rahmen der Vernissage durfte der Verein für Heimatkunde den Empfang des vom Schaffhauser Museumsvereins finanzierten und von Hans Bendel minutiöse gefertigten Randenturm-Modells feiern. Sonderausstellung 2009 Vernissage 7. August 2009 Der Präsident des Museumsvereins Schaffhausen, Andreas Schiendorfer, übergab das Modell des Randenturms. Christian Stamm, Präsident des Verkehrsvereins, dem Eigentümer des Randenturms. Pressespiegel Eröffnung der Sonderausstellung «100 Jahre Schleitheimer Randenturm» Am letzten Freitagabend fand auf dem Vorplatz des alten Schulhauses die feierliche Eröffnung der neuen Sonderausstellung «100 Jahre Schleitheimer Randenturm/Randentürme» statt. Ebenso erfolgte die offizielle Übergabe des Randenturm-Modells, welches der Museumsverein Schaffhausen aus Anlass dieses Jubiläums dem engagierten Heimatkundeverein überbrachte. Der Anlass wurde mit Liedern des Männerchors Schleitheim-Beggingen umrahmt. rga. Der Präsident des Vereins für Heimatkunde, Willi Bächtold, durfte an der Vernissage ein paar Dutzend Interessierte begrüssen. Das 100-Jahr-Jubiläum des Schleitheimer Randenturms ist vor Ort bereits am l. August gebührend gefeiert worden. Nun durfte man einen ersten Rundgang durch die Sonderausstellung machen, welche überaus gehaltvoll und interessant mit vielen Bildern und Dokumentationen aufgebaut worden ist. So sind, laut Willi Bächtold, der 100-jährige Turm mit seiner Vorgeschichte und seinen Begebenheiten sowie die übrigen Randentürme von Beringen, Hagen und Siblingen - insbesondere das hängige Projekt dort - die Grundpfeiler der Ausstellung. Der Präsident des Museumsvereins Schaffhausen, Andreas Schiendorfer, überbrachte die Glückwünsche zum Jubiläum und teilte den Zuhörern mit, dass die ausserordentlich gute kulturelle Zusammenarbeit mit der deutschen Nachbarschaft, wie Schleitheim sie betreibe, für den Kanton Schaffhausen beispielhaft und vorbildlich sei. Den Randenturm sieht er als Brücke in die Natur und verband damit die Aufforderung, öfters in die Natur zu gehen. Die Aussicht vom Turm sei in jeder Jahreszeit atemberaubend. So wurde dann endlich das Randenturm-Modell enthüllt, welches vom Schaffhauser Hans Bendel in gut halbjähriger Arbeit präzise gebaut worden ist. Dass dieses Modell in der Sonderausstellung nun einen Ehrenplatz bekommen wird, versteht sich von selbst und wurde vom Publikum anschliessend auch gebührend mit grosser Anerkennung begutachtet. Christian Stamm, Präsident des Verkehrs Vereins Schleitheim- Beggingen, richtete danach die Worte an die Vernissage-Besucher, indem er einen geschichtlichen Abriss über die Entstehung des Turmes und Episödchen dazu als solches zum Besten gab. So erfolgte beispielsweise um 1895 der Vorstoss eines gewissen Dr. Probst, ein neues Aussichtsgerüst aus Eisen zu erstellen. Das Ganze ging aber nur träge voran und erst auf Initiative von Johann Georg Stamm, Buchdrucker, ging es zügig vorwärts und so konnte der Bau bald in Angriff genommen werden. Ein Dr. ing. Angst aus Basel war der Konstrukteur des Turmes, welchen er in Anlehnung an die Eleganz des Pariser Eiffelturms erbaute. Johann Georg Stamm besuchte offenbar mindestens dreimal die Woche die Baustelle zur Kontrolle und auch sonst hätten sich während der Bauzeit immer viele Leute auf dem Schleitheimer Schlossranden eingefunden. Diverse sanfte Sanierungen und Verbesserungen waren jeweils auch meist ein Grund, um gleichzeitig grössere Feste beim Turm abzuhalten. So im Jahre 1977 die Sanierung und Erweiterung der beliebten Randenturm Wirtschaft und im Jahre 1990, als die bisher grösste Renovation stattfand. Damals kamen unter dem Motto «Dä Randeturm für alli» und dank vielen Attraktionen die benötigten finanziellen Mittel von 131000 Franken zusammen. Die Sonderausstellung zum Randenturm- Jubiläum hat ab sofort bis auf weiteres jeweils am ersten und letzten Sonntag im Monat geöffnet. Die Ausstellung sowie natürlich wieder einmal ein Besuch auf dem Schlaatemer Randenturm kann Ihnen bestens empfohlen werden. Der Künstler und sein Werk: Hans Bendel in der Sonderausstellung mit seinem Randenturm-Modell. Der Präsident des Museumsvereins Schaffhausen, Andreas Schiendorfer, bei seiner Ansprache anlässlich der Modell- Übergabe Ein Ausdruck des grossen Respekts Mit einer feierlichen Vernissage wurde die Sondderausstellung "100 Jahre Randenturm" im Ortsmuseum eröffnet. VON MARCEL TRESCH Die neue Sonderausstellung im Ortsmuseum, die bis Ende Dezember dauern wird, wird dem 100 Jahre alt gewordenen Schleitheimer Randenturm gewidmet. Die Exhibition beleuchtet einerseits die Entstehung des metallenen Aussichtspunktes und seine Vorgeschichte sowie andererseits die Ereignisse im Laufe des letzten Jahrhunderts und den äusserst interessanten Standort Schlossranden mit seiner einzigartigen Rundsicht. Rund 100 interessierte Gäste fanden sich denn auch zur Vernissage vor dem Ortsmuseum im Randendorf ein, wo sie beim verbalen Ausflug in die Vergangenheit den launigen Worten von Willi Bächtold vom örtlichen Verein für Heimatkunde und zwischendurch dem Gesang des Männerchors Schleitheim- Beggingen, der dem Anlass einen festlichen Rahmen verlieh, lauschten. Vom Referenten war auch zu erfahren, dass vor dem heute jubilierenden Randenturm bereits zwei Aussichtsplattformen auf dem Schleitheimer Randen standen. Diese und seine Nachbartürme werden in der Sonderausstellung ebenfalls gebührend thematisiert. Anlässlich der Vernissage durften die Schleitheimer das vom Schaffhauser Museumsverein gestiftete und von Hans Bendel detailgetreu nachkonstruierte Modell des Randenturms entgegennehmen. Noch vor der Enthüllung stellte Gastredner Andreas Schiendorfer die Frage in den Raum, wie man eine Überraschung vorstelle, die eigentlich gar keine sei. Der Präsident des schenkenden Vereins gab den Anwesenden die Antwort gleich selbst: "Für mich ist das Geschenk Ausdruck des grossen Respekts für eine Gemeinde mit enormer Kulturvielfalt." Dabei lobte der Gastredner auch die im kulturellen Bereich beispielhafte grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Ein Modell schlage normalerweise eine Brücke in die Vergangenheit. In diesem Fall sei es aber ein Brückenschlag in die gegenwärtige Natur und damit die permanente Aufforderung, auf den Randen zu gehen, dessen Einmaligkeiten zu erleben und die vielen Schätze zu entdecken. Christian Stammt Präsident des Verkehrsvereins Schleitheim- Beggingen (VVSB), verkündete nicht ohne Stolz, dass die 1905 gegründete Institution vier Jahre später den Randeturm erbauen liess, was allgemein bekannt sei. Wenige wüssten aber, dass die Erstellung eine lange Vorgeschichte kenne, in welcher der Verein für Heimatkunde während eines Jahrzehnts die Akzente gesetzt habe. Mit der Turmerstellung wurde im April 1909 begonnen und die Baustelle vor allem an Sonntagen von Hundertscharen besucht. Einer der häufigsten Besucher war der Buchdrucker Johann Georg Stamm, der Grossvater des Redners, gewesen. "Bis zu dreimal in der Woche ging er kontrollieren, ob auf dem Randen alles in Ordnung ist und ob der Bau vorankommt", so Christian Stamm, der sich darüber hinaus fragte, wie der Mann alles unter einen Hut brachte. Johann Georg Stamm war nicht nur Präsident des hiesigen Verkehrsvereins. Gleichzeitig dirigierte er auch noch die Stadtmusik Schaffhausen. Parallel dazu war er auch noch Dirigent der Stadtmusik Stühlingen, gründete den Schleit-heimer Jugendsport und betätigte sich als Zeitungsverleger. "Offenbar war er auch dann und wann daheim", scherzte Christian Stamm, "denn immerhin zeugte er im Hause der Druckerei elf Kinder." Mit weiteren Anekdoten streifte der VVSB-Präsident die Geschichte, wobei unter anderem zu erfahren war, dass der Randenturm auch zur Fliegerbeobachtung während des Zweiten Weltkrieges genutzt wurde und das Bauwerk eine Randenturmwirtschaft erhielt, um die vielen Gäste vor 'Ort zu verköstigen. Eine besondere Würdigung erfährt der Jubiläumsturm mit der sehr gelungenen und besuchenswerten Sonderausstellung im Ortsmuseum, die jeweils am ersten und letzten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist. Im Ortsmuseum in Schleitheim bewundern Ausstellungsbesucher das detailgetreue Modell des Randenturms.                                                            Bild Marcel Tresch